>Kulturwoche / Filmfestival / When the day is Done

>PÄEVA LÕPUS
When the Day is Done, Estland 2009


Szene aus PÄEVA LOPUS


von Maiju Ingman
Einer, der in der Stadt lebt und ein Star im Fernsehen geworden ist, fährt zurück zu seinem Bruder aufs Land, zurück in die Kindheit. Doch Jakobi ist ganz und gar nicht begeistert von der Ankunft seines Bruders, der ihm ziemlich fremd geworden ist. Er hat sich in seiner Einsamkeit eingerichtet und will gerade die Katze begraben, die ihm so sehr ans Herz gewachsen war. Sie reden vom Vater und vom Großvater. „Es stinkt hier so nach Erinnerungen“, sagt der Heimkehrer. Die Jugendliebe taucht auf und überhaupt wird der ganze innere Reichtum dieses Lebens hier in der scheinbaren Wildnis und Einöde mitten in den estnischen Wäldern immer deutlicher und wichtiger. Wortkarg reparieren die Brüder schließlich in seltsamem Einvernehmen das kaputte Hausdach. Soll er das Waldstück von Großvater verkaufen, um endlich wieder zu Geld zu kommen? Geht nicht. Der Wald ist so vertraut wie ein Mensch und man kann ihn nicht einfach verkaufen. Sie haben viel nachzuholen, die beiden Brüder, im Gespräch miteinander, und auch viele Geheimnisse aus der Vergangenheit warten darauf, enthüllt zu werden. Das Dorf in dieser verlassenen Gegend wird immer mehr „abgehängt“ und fallen gelassen vom eigenen Bürgermeister. Ein alter Mann, von dem man dachte, er redet nur, tut es wirklich und leistet tätig Widerstand, wartet schließlich gelassen in seinem besten Anzug darauf, dass die Polizei ihn abholt. Sein Schlusswort an die Zuschauer, ob im Dorf oder im Kino, ist die Krönung des Films. Mit großer Lebensklugheit, genährt von der Nähe zur Natur, erzählt der Film von den Jahreszeiten und der Lebenszeit zugleich. Wozu leben wir? Was ist wirklich wichtig? Und wie sehr brauchen wir das, was man früher Heimat nannte? Das kleine Meisterwerk einer Finnin, die eine ungeheuer liebenswerte Geschichte aus Estland erzählt.

Im Anschluss quatschten wir noch mit der Regisseurin und genossen die Nachwehen des Films…

2 Gedanken zu „>Kulturwoche / Filmfestival / When the day is Done

  1. >@ MiH: Doch, es war nicht kompliziert. Es gab viel zu entdecken in diesem Film, das stimmt schon, man weiß eben nie ob man alles erfassen konnte. Aber manchmal muss das auch gar nicht sein, sondern der Film ist das was er eben für einen selbst ist.

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