>Die Kunst sich abzugrenzen?

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Inspiriert u.a. durch den Dialog mit Frau Fabelhaft zum Thema „Allein sein“ kam mir ein anderer Gedanke der entfernt dazu passt: Die Vernetzung in unserer heutigen Kommunikationswelt und ihre Auswirkungen auf Freundschaften und die „eigene Welt“.

Fast jeder ist bei Facebook, Twitter, Skype, hat ein Handy etc., also ständig online und erreichbar. Aus eigener Erfahrung kenne ich die Schwierigkeiten die es mit sich bringt stellt man sich einmal bewusst gegen eines dieser Netzwerke: Man muss sich erklären, um seinen eigenen Freiraum kämpfen und wird schnell als „komisch“ deklariert. Es wird von einem erwartet dass man 24/7 erreichbar ist, dass man immer ein offenes Ohr hat (weil man ja online ist) dass man sich also in seinen Wahlbeziehungen moralisch verhält. Dies impliziert m. E. einen Zwang dem man sich nur schlecht entziehen kann und die Schlupflöcher werden eng („komisch, eben war noch besetzt, wie kannst Du jetzt nicht da sein? Wo bist Du?“).

Wird es zur modernen Lebenskunst sich auch einmal entziehen zu können?

Sind wir anderen immer eine Erklärung schuldig warum wir erst jetzt zurückrufen?

Warum ist ein sozialer Rückzug mit einem schlechten Gewissen verbunden?

Warum können wir nicht einfach sagen: “ Ich habe keine Lust heute abend auszugehen!“ und erfinden stattdessen fadenscheinige Ausreden?

Befreien wir uns doch aus dem Zwang von „zuviel Nähe“, schaffen uns Raum für den Weg zu uns selbst und zur inneren Balance, was im Dauerkontakt mit anderen oft unter geht.
Was spricht dagegen mehr mit sich selbst befreundet zu sein?

5 Gedanken zu „>Die Kunst sich abzugrenzen?

  1. >Kenne ich nur zu gut. Meine Lektion 1, die ich lernen musste war "kein schlechtes Gewissen" mehr zu haben. Manchen Menschen musste ich leider auch sehr deutlich machen, dass ich keine Lust/Zeit habe. Dafür meiden mich nun einige. Damit kann ich aber leben.🙂

  2. >Ja so is das..ich bin weder bei Facebook, noch Twitter noch irgendein Messanger, auch nich bei Lokalisten usw…Ich brauch auch kein Handy mit dem ich ins Netz kann, will ich auch gar nicht.Die Privatsphäre wird immer kleiner und abgrenzen is das O und A..oder so :-)LG

  3. >MiH denkt ja! Es ist eine Kunst, sich heute den modernen Kommunikationsmitteln zu entziehen. Die Gesellschaft kommuniziert, konsumiert und bildet sich über elektronische Medien. Diese Möglichkeiten setzen uns, als Mitglieder einer Gesellschaft, die sich dauernd anpasst, erheblich unter (Zeit)Druck. Wir verändern unsere Erwartungshaltungen, werden ungeduldiger und setzen Prioritäten ganz anders. Und dabei verbessern wir uns nicht einmal. Die zeit- und standortunabhängige Nutzungsmöglichkeit mag ein riesen Vorteil sein, aber wir verbessern uns nicht. Wir werden unverbindlicher, oberflächlicher, kommunizieren ohne eigentlichen Inhalt, vergessen Rechtschreibung und setzen uns selber und alle anderen unter Druck.

  4. >@ Alle: Es tut gut zu lesen dass ich nicht die Einzige bin die sich manchmal "aus dem Verkehr zieht" und die Sache kritisch sieht. Es ist wahrlich ein Wandel in unserer Art zu kommunizieren und mit diesem "unverbindlichen" Druck muss man erst einmal umzugehen lernen.Danke für Eure Beiträge!

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