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Was werden ihr dieses Jahr von Eurer Reise erzählen? Wie verkauft ihr euren Urlaub am Besten? 
Ich höre schon die Zalando Aufschreie und den Protest: „Aber das tue ich doch gar nicht!!“ 
Doch meine Lieben. Das tut fast jeder.
Wir posten Fotos in Echtzeit auf Facebook oder Blogger, twittern was das Zeug hält über die angeblichen tollen Orte an denen man sich gerade befindet, die high-end Speisen die man just zu sich nimmt und erwarten dafür: Bewunderung, Anerkennung und Neid.
Unser Gehabe gleicht einer einzigen Ego-Show die im Extremfall darin gipfelt dass man sich schon im Flieger überlegt wie man seinen Urlaub am Besten zuhause in Szene setzt. 
Offenbar können wir heute gar nicht mehr reisen ohne daraus PR zu machen und bewegen uns ständig mit der Linse vor den Augen durch unsere so bewundernswerte Urlaubswelt. „Mein Haus, mein Auto, meine Jacht“ muss um „meine Reisen“ erweitert werden. Reisen avancieren zum Status Symbol dem mit möglichst vielen „gefällt mirs“ Rechnung getragen wird. Einfach mal „nichts“ zu erleben ist unvorstellbar und schädigt unser jahrelang gezüchtetes Image, sprich: Wir halten uns also auch in unserer Freizeit an die an Karriere/Job erinnernden Statusregeln und setzen uns damit unbewusst unter Druck.   
Kommt man von einer Reise zurück bekommt man ein rethorisches „Erzähl mal, wie war´s?“ und merkt bei seinen anschließenden Ausführungen ziemlich schnell dass diese Frage rein höflicher Natur war und manch anderer nicht wirklich wissen will, wie viele Kakerlaken man auf Bali totgeschlagen hat.
Warum gönnen wir uns nicht einmal den wahren Luxus einfach nur zu erleben und zu genießen? Die Kamera in der letzten Ecke des Rucksacks zu haben und mit unseren eigenen Sinnen wahrnehmen was um uns geschieht und die Atmosphäre einsaugen. 
Warum antworten wir nicht einfach mal auf o.g. Frage mit „Es war sehr schön und es ist nichts Aufregendes passiert.“? 
Einen Versuch ist es wert und vielleicht erleben wir dann wieder einmal den eigentlichen Sinn des Reisens. Die Inspiration. Die Erfahrung. Die Erkenntnis. Die Bildung. Die Überraschung. 

PS: Und nicht vergessen bei meinem Projekt „Move me to…“ mitzumachen und zweimal Gutscheine gewinnen! Gerne dürft Ihr das Projekt auch auf Eurem Blog vorstellen, damit möglichst viele mitmachen können! Es bedeutet mir wirklich viel und ich freue mich sehr auf Eure Ideen! Danke auch schon einmal an die, die schon mitgemacht haben!

8 Gedanken zu „

  1. >absolut richtig..ich habe mich beim lesen deiner zeilen gleich wiedererkannt…neulich war es mir schon etwas peinlich….ich hatte über meine Harz Kurzreise gepostet..und der Harz ist ja gar nicht stylisch…oder mein Freund, den verarsch ich oft…er lässt nämlich keine Gelegenheit aus, zu erzählen, das er auf den Malediven war…und das 3x, dreimal…..

  2. >Wunderbar auf den Punkt gebracht, liebes Frl. K. :)Als ich während meiner ersten 2-3 Blogs gemerkt habe, dass ich schon am WE überlegte, wie ich verschiedene Begebenheiten am besten verbloggen kann, da wusste ich, dass es an der Zeit ist, der Blogosphäre mal eine Zeitlang den Rücken zu kehren. Facebook, Twitter & Co kommen ohnehin nicht in Frage, weil ich die "Fremdergüsse" nicht lesen möchte und im Gegenzug nicht glaube, dass meine eigenen so interessant sind. Das Schlimme ist: Dieser Krampf geht schon in der Grundschule los. Und wer da nicht mit exotischen Reisezielen protzen kann, wird schon mal blöde angeschaut. Traurig, wenn man sich mal überlegt, was für Vorbilder wir zum Teil – und nicht nur für die eigenen Kinder und Jugendlichen – abgeben. Das macht mir Angst.

  3. >Stimmt, solcherlei Leute gibt es zuhauf. WENN sie denn wenigstens noch über etwas halbwegs Sinvolles posten, anstatt über ihre Morgentoilette o.ä. gehts ja auch ;)Ich für meinen Teil erlebe auch gerne einmal nichts, oder belasse es im analogen Leben.

  4. >@Björn: Dafür hast Du den Harz aber super verkauft!😉 Spaß beiseite. Ich glaube dass sich fast jeder hier so ein bisschen wiedererkennt. Und das ist ja auch irgendwie gut so. Maledieven… Ok. Davon würde ich auch ständig erzählen! @crooks: Absolut. Ich nehme mich da auch überhaupt nicht raus, ich mache es fast genauso wie oben beschrieben. Ein Tagebuch für das man irgendwie auch ein bisschen bewundert werden will. @Anna: Dankeschön für die Blumen! Ich denke einfach dass man immer darüber Bescheid wissen sollte WAS man tut. Sich darüber Gedanken macht und das irgendwie für sich einordnet. Ich schaue z.B. auch Trash-Sendungen, bin mir aber über deren geringen Informations- und Niveaugehalt sehr wohl bewusst, entscheide mich aber manchmal einfach dafür weil mein Kopf sich nicht anstrengen möchte. Solange ich mir das klar machen kann, kann ich das auch meinen Kindern vermitteln. Was die dann daraus machen ist eine andere Frage…@Citara: Genau. Einfach mal NICHTS erleben ist absolut ok. Carpe Diem.🙂

  5. >Habe den Post sehr interessiert gelesen, da ich die ganze Zeit schon selbst versuche in der Richtung was zu posten.Vielleicht versuche ich das jetzt einfach mal :-)Nur kurz zu Deinem Post: Du hast absolut Recht🙂

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