>Word for Word Serie #1 -Studie-

>Tatsächlich ist die Liebe zentral in jedermanns Alltag. Wir verbringen Jahre, manchmal eine ganze Lebensdauer damit uns darauf vorzubereiten und der Sehnsucht nach ihr. Einige von uns sterben sogar für die Liebe.
 
Schon Sigmund Freud und Carl Rogers, erkannten wie wichtig die Liebe für die menschliche Erfahrung ist. Aber erst in den 1970er Jahren hat jemand versucht, sie zu definieren – und erst jetzt wird es als ein respektables Thema der Wissenschaft angesehen.
Ein Grund für dieses Zögern war der öffentliche Widerstand . Einige Leute haben Angst, dass wenn sie die Liebe aus der Nähe betrachten sie die Magie verliert. Andere glauben, wir wissen alles, dass wir wissen müssen.

Heute gibt es Hunderte von Forschungsarbeiten über die Liebe. Die Themen reichen von romantischen Idealen zu Bindungsstilen der jungen und unverheirateten. 

SO WAS IST NUN LIEBE?

„Wenn es etwas gibt, dass wir
über die Liebe gelernt haben, dann ist es ihre bunte Natur“, sagt Clyde Hendrick, Ph.D., von der Texas Tech University in Lubbock. „Keine Theorie oder Forschungsprogramm kann Liebe erfassen und sie in einen Brocken Wissen verwandeln.“.
Elaine Hatfield, Ph.D.
und Stanley Schacter, von der Universität Hawaii, postulieren, dass jedem emotionalen Zustand zwei Bedingungen vorausgesetzt sind: physiologische Erregung und relevante situative Hinweisreize.  

Könnte diese Theorie dazu beitragen, die turbulente, alles verzehrende Erfahrung der leidenschaftlichen Liebe zu erklären?
Leidenschaftliche Liebe: ein Zustand der Sehnsucht nach der Vereinigung mit einem anderen?
Mit Hilfe des generierten PLS (Passionate Love Scale) erhoben die Forscher folgende Daten:

  • Viele Gedanken an den Partner  
  • Idealisieren des Partners
  • Achterbahn der Gefühle: Euphorie, Glück, Ruhe, Stille, Verletzlichkeit, Angst, Panik, Verzweiflung 
  • eine Prise Hoffnung und eine gehörige Portion Einsamkeit, Trauer, Eifersucht und Angst.
  • Durch ein Nebeneinander von Schmerz und Lust angeheizt.  
  • Männer und Frauen lieben mit gleicher Leidenschaft. 
  • Aber Männer verlieben sich schneller
  • Sie sind somit romantischer.  
  • Frauen sind eher geneigt, pragmatische Anliegen mit ihrer Leidenschaft zu vermischen.
  • Menschen aller Altersstufen, sogar vier-jährige Kinder, sind in der Lage „sich leidenschaftlich zu verlieben'“
  • Menschen jeder ethnischen Gruppe und sozioökonomischen Schicht sind in der Lage leidenschaftliche Liebe zu erleben. 
  • Romantische Liebe ist nicht einfach ein Produkt des westlichen Geistes. Es besteht zwischen verschiedenen Kulturen weltweit.
  • Idee, dass leidenschaftliche Liebe eine evolutionäre Anpassung ist. In diesem Schema funktioniert leidenschaftliche Liebe als Bindungsmechanismus, eine notwendige Art des zwischenmenschlichen Leims, den es seit Beginn der Menschheit gegeben hat.   

FREUNDSCHAFT VOR LEIDENSCHAFT

Im Jahr 1988 führte Beverly Fehr, Ph.D., von der University of Winnipeg in Kanada eine Reihe von sechs Untersuchungen durch, um festzustellen, was „Liebe“ und „Engagement“ gemeinsam haben. Hier die Ergebnisse:
 

  • Die Konzepte der beiden waren für die meisten Probanden zu einem gewissen Grad überlappend 
  • Solche Elemente wie Vertrauen, Fürsorge, Respekt, Ehrlichkeit, Hingabe, Aufopferung und Zufriedenheit wurden als Attribute beider Konzepte Liebe und Engagement bewertet.
  • Liebe allein:  Intimität, Glück, und der Wunsch für den anderen einzigartig zu sein, während Engagement allein mit Ausdauer, gegenseitiges Einvernehmen und Verbindlichkeit in Verbindung gebracht wird. 
  • Für die meisten Probanden steht Vertrauen, Respekt, Ehrlichkeit und Liebe im Mittelpunkt – während  Leidenschaft-bezogene Ereignisse wie Berührung, sexuelle Leidenschaft und körperliche Anziehung nur am Rande stehen. Sie sind nicht sehr zentral, in unserem Konzept der Liebe.  
  • erstaunlich wenig geschlechtsspezifische Unterschiede hinsichtlich der Ansichten über die Liebe 
  • Beide Geschlechter halten Romantik und Leidenschaft weit weniger wichtig als Unterstützung und Vertrauen. „Liebe bringt Sie auf die Toilette, wenn Sie krank sind.“
  • Die „Art zu lieben“ bestimmt höchstwahrscheinlich der erste Bindungsstil den wir jemals erleben, die Bindung zur Mutter.  
  • Diejenigen, deren Mütter oder Betreuer, nicht verfügbar waren oder nicht reagiert haben verhalten sich eher „vermeidend“ in Beziehungen.(Abneigung geben Initimität)
  • Eine zweite Gruppe nimmt eine ängstlich-ambivalent Stellung in Beziehungen ein. Diese Menschen konnten sich nie auf die Mutter verlassen, manchmal reagierte sie, ein anderes Mal nicht. („Hunger“ nach Engagement)
  • Die glücklichen unter uns sind in die Sicheren, sie erlebten eine vertrauensvolle und stabile Beziehung zur Mutter. Sicheren Menschen fällt es am Leichtesten glückliche, langfristige Beziehungen zu führen.   
  • Es kann sein, dass die weltweit größten Liebesgeschichten von den ängstlich-Ambivalenten erzählt werden – Menschen, die verzweifelt auf der Suche sind nach einer Art von Sicherheit, die sie nie hatten.

Die beste Nachricht kann gut sein, dass, wenn es um die Liebe geht, Männer und Frauen ähnlicher als unterschiedlicher sind. Angesichts der anhaltenden geschlechtsspezifischen Kriege, ist es tröstlich zu glauben, dass Männer und Frauen eine wichtige und friedliche Schnittstelle teilen. Es ist auch klar, dass, egal wie sehr wir uns lieben, wir werden immer erstaunt und fasziniert sein von der Liebe. 


Die meisten von Euch dachten beim Schlagwort „Leidenschaftliche Liebe“ zunächst an Körperlichkeit. Dies mag auf der Tatsache begründet sein dass ich (fälschlicherweise) nach EINEM Gedanken gefragt hatte und ihr ja nicht die Antwortmöglichkeiten des PLS hattet. Vertrauen, Hingabe und Eins sein mit dem Partner wurde auch von Euch genannt. Und mal ehrlich, für den wirklich guten Sex ist dies alles doch die Voraussetzung…

4 Gedanken zu „>Word for Word Serie #1 -Studie-

  1. >Aaaah, genial! Die wichtigsten Erkenntnisse aus meiner Sicht sind:1. Frauen sind eher geneigt, pragmatische Anliegen mit ihrer Leidenschaft zu vermischen.2. Beide Geschlechter halten Romantik und Leidenschaft weit weniger wichtig als Unterstützung und Vertrauen. "Liebe bringt Sie auf die Toilette, wenn Sie krank sind."3. Sicheren Menschen fällt es am Leichtesten glückliche, langfristige Beziehungen zu führen. Tolltolltoll, danke für die vielen wichtigen Gedanken, das schiebe ich gleich mal auf facebook online und verlinke es in meinem nächsten Post. Gefällt mir außerordentlich!

  2. >@Mary Malloy: Ui, das freut mich aber dass es Dir gefällt! Ich finde solche Studien immer wieder spannend, man macht sich doch "einfach so" eher weniger Gedanken über solche Themen. @Citara: Danke! Freut mich. Wusste nicht so recht ob Euch soetwas gefällt.

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