Also ich war ja kürzlich auf dem GurtenFestival in Bern wie ihr wisst. Dort wurde ich ziemlich ungläubig angeschaut, als ich erzählte noch nie auf einem Festival gewesen zu sein. Ich begründete dies damit, dass ich einfach nie in einem Freundeskreis war, wo Festivals ein Thema waren, und es mir für mich alleine eigentlich reicht eine CD in der heimischen Stereoanlage laut aufzudrehen und mitzuhüpfen. Oder eben mich Samstagsabends in die altbewährte Diskothek zu bewegen (Note: Ich benutze voll altmodische Wörter wie Stereoanlage und Disko!).Dann kam mir der Gedanke dass das vielleicht nicht nur eine Umfeld-Korrelation ist – sollte die Schweiz da vielleicht mal wieder anders ticken als Deutschland?

Also machte ich mich auf in die weite Welts des Webs und recherchierte (Orr, Diplomarbeit Du bist ja auch bald dran, nerv jetzt nich):

Bekanntlich bestimmt ja das Angebot die Nachfrage, also wollte ich wissen wie viele Festivals es in Deutschland im Vergleich zur Schweiz gibt.

Ergebnis:

ca. 350 in Deutschland

ca. 305 in der Schweiz

Ein erstaunliches Ergebnis wie ich finde, bedenkt man die Einwohnerzahlen von 81,772 Mio vs. 7’785’806 Mio.

Was bedeuten nun diese Zahlen?

Sind die Eidgenossen einfach nur musikbegeisterter als die Deutschen? Oder ist dies eine Gelegenheit für die sonst so konservativen Schweizer mal die Sau rauszulassen und den arbeitsreichen Alltag zu vergessen?

Vielleicht ist es eine Kombination aus beidem. Fest steht, das insbesondere die Berner schon ganz ganz früh angefangen haben damit:

Festspiele Bern 1891

12 Gedanken zu „

    • Darauf hat Charlotte Sometimes so schön geantwortet. Ich hab da Null Ahnung. Aber on Rock am Ring hört man natürlich am Meisten, das kommt auch bis hierher in südliche Gefilde. Ich bin einfach auch in keinem Freundeskreis wo Festivals ein Thema sind, vielleicht bekomme ich deshlab auch nix mit.

  1. Was Konzerte/Festivals angeht, ist Deutschland ein Waisenkind.
    Ich glaube in jedem anderen Land wir Kunst und Kultur mehr unterstützt (bzw. zählt mehr) als im exaktem nüchternen Deutschland. Kuns und Kultur lassen sich halt nicht als Werte beziffern und passen damit nicht sonderlich zu unserer Leistungsgesellschaft, deren bekannteste Attribute Pünktlichkeit und Disziplin sind.

  2. eh? haldern? Hurricane? Melt? kein gelebtes Ding? Ich kenne Leute, die verbringen ihren Sommer im Zelt mit Ohrstöpseln. Ist das vielleicht ein regionales Ding?

    Bei der Schweiz könnte ich mir vorstellen, dass es and der Unterteilung der Sprachen liegt. Italiener haben einen anderen Geschmack als Franzosen, und die als deutsche. Wir sind den Schweizerdeutschen ähnlicher als die den Italoschweizern. usw. Ich kann mir daher gut vorstellen, dass die da für alle ein eigenes Süppchen kochen.

    Dann muss man auf Besucherzahlen achtn. wieviele ziehen die deutschen Festivals, wieviele die Schweizer, welche sind gratis etc… welche demographische Gruppe wird angesprochen?

    Ps: das wacken ist eines der bekanntesten Festivals weltweit. Angsteinflössende Metaller fangen an zu weinen vor Freude wenn man vom Wacken anfängt. Und fangen an zu singen.

    • Das könnte gut sein das mit der Unterteilung in der Schweiz.
      Was Deutschland angeht, ich kann da wirklich nicht mitreden. Ich kenne hier keinen der auf Festivals geht, und ich ja wie gesagt sowieso nicht. Aber von Wacken habe selbst ich schon gehört, soll ja ziemlich Kult sein das Ding.

  3. ich habe bereits festivals in beiden ländern besucht… nach deutschland pilgern auch genügend menschen aus dem ausland…
    vielleicht haben die lieben deutschen ja zum großteil einen beschissenen musikgeschmack, sind aber doch einer der größten märkte …
    dass die schweiz so viele festivals zu bieten hat, könnte liegen an: definition festival (nicht jedes musik-wochenende in d wird als festival gewertet), lage, verbindung von bankbesuchen und auftritten für die großen… ach, keine ahnung… ich kenne aber wirklich genügend deutsche, die ganzjährig im festivalfieber sind!

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