Lacher des Bodensee Urlaubs Part II

Der geneigte Leser weiß dass meine Familie aus der ehemaligen DDR stammt und ich auch dort geboren wurde (im Erzgebirge/Sachsen).

Der weniger geneigte Leser weiß aber trotzdem dass es ja früher in der DDR keine Reisefreiheit gab und da so eine komische Mauer stand die die Menschen im Land einsperrte.

Nun gut. Die Menschen wurden erfinderisch und versuchten auf allen Wegen westliche Freundschaften zu schließen damit sie wenigstens einmal ein „Westpaket“ mit tollen Westsachen erhielten. So taten es auch die Nachbarn meiner Großeltern. Sie schrieben einst eine Flaschenpost die auf der dänischen Ostesee-Seite von einem Pärchen gefunden wurde und mit denen seither reger „Paket-Verkehr“ bestand.

Oma, Opa und Mama K. waren neidisch.

Also wollten sie selbst ihr Glück versuchen und verfassten eine dreisprachige (D, E, Rus) Flaschenpost. Doch, wie kam die Flasche jetzt weit genug aufs Meer hinaus?

Opa K. musste daran glauben. Er musste im Auftrag Mama und Oma K.s` so weit aufs Meer raus schwimmen so dass man ihn nicht mehr sehen konnte am Horizont, was er dann auch tat. Unter Einsatz seines Lebens versuchte er also das Ding so weit wie möglich ins Meer raus zu schaffen.

Und? Fragt ihr Euch bestimmt. Wer hat es gefunden?

Nun… sagen wir mal so: Unsere Familie hatte immer schon Pech. Wir sind diejenigen die auf einem Bauernhof das Zimmer über dem Bienenstock bekommen. Wir reisen im Urlaub an und sind nicht gebucht. Oma K. steigt in Dresden bei der Flucht (ein Tag vor der großen Dresden Bombardierung) in den falschen Zug in den „Osten“. Wir schmuggeln Zigaretten durch den Zoll und werden gefilzt. Also um es kurz zu machen:

Gefunden wurde die Flaschenpost von einem Stralsunder Kapitän, der ein paar Wochen später aufgeregt eine Karte schrieb, wie sehr er sich freue auch mal eine Flaschenpost zu finden! *Grmpf*

9 Gedanken zu „Lacher des Bodensee Urlaubs Part II

    • Danke fürs Kompliment! Jemand meint das sehe mir ähnlich. Nun gut.🙂
      Okee. Hast ja recht. Für meine Family hing nur damals ein Stückchen Lebensqualität davon ab. Das kann man sich heute einfach nicht mehr vorstellen.

    • Wir haben beim nochmaligen Erinnern auch Tränen gelacht! Allein die Vorstellung wie Opa da draußen im Meer rumschwimmt… Gott sei Dank war Opa Sportler und fit damals.🙂 Und na ja, wie gesagt, wir haben selten Glück.

  1. Ich bin bereit für den Westen in die Bresche zu springen, schick mir die Adresse und ich schicke ein „Rheiland-West-Päckchen“ in den Schwarzwald, als späte Wiedergutmachung sozusagen, Päckchen bekommen sie doch bestimmt immer noch gern? Besser spät als nie. Ich pack auch die gute Marmelade von meiner Mama mit rein😉

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