Monolog

Die Bedienung schaut ab und an herüber zu den beiden. Hübsches Ding. Vielleicht etwas zu ausladend in den Hüften. Das Drehen des Whiskey Tumblers erzeugt ein kratzendes Geräusch auf der Holzplatte während G. sich eine Zigarette anzündet und sich selbst dabei zusieht wie sich der frisch aus seinen Lungen verstoßene Rauch im Raum verteilt.

„Es wird schlechter werden.“

„Mhm.“

„Der Wind dreht sich. Nie gut so was.“ Er drehte sich zum Großstadtwolf und erwartete eine Reaktion.

Der Großstadtwolf zuckte mit den Schultern „Wenn Du es sagst.“

„Überleg Dir doch mal Folgendes ….  …. …. ….“

Der Großstadtwolf hörte nicht mehr zu. Er konnte es nicht mehr hören. Er hatte genug von dem ewigen vor sich hinstarren und nutzlosem Geschwafel. Wortlos stand er auf, legte einige Scheine auf den Tresen  und ging. Der schwere, rote Vorhang dämpfte das geräuschvolle Fallen  der Türe hinter ihm. Für ihn klang es wie Freiheit.

Für die Bedienung wie Feierabend. Er hörte noch das Drehen des Schlüssels in der Tür als er sich entschied nach links zu laufen.

Zurück blieb keiner.

4 Gedanken zu „Monolog

  1. Erinnert stark an einen anderen Erzähler, das macht es aber nicht schlechter, eine kurze Geschichte mit viel Atmosphäre, sehr sehr gut, in meinen Augen das beste des Autors in diesem Jahr, Kompliment. Das Genderprojekt fördert neues zu Tage, erstaunlich, ich bin gespannt.

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