Happy Birthday Schweiz

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Ich finde wir Deutschen können uns von Dir etwas mehr Feierlaune am Nationaltag  abschneiden. Ich feiere allerdings mit Dir. Vom Bodensee Ufer trinke ich beim Feuerwerk ein Glas Sekt auf Dich.
Du hast das beste produziert was mir passiert ist! Danke!

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>Perspektiven eines jungen Talents

>Heute möchte ich einmal einen Blog und vor allem einen Autor vorstellen der, wie ich finde, etwas mehr Gehör verdient hat. Es handelt sich um den jungen Student der Literaturwissenschaft Jay Nightwind aus dem Ruhrgebiet. 
Seit 2008 schreibt er seine Ideen, Gedanken, Gedichte, Buchvorstellungen und Kurzgeschichten hinaus in die Internet-Nacht und wird dabei immer besser. Japanisch inspiriert verfasst er Haikus und Senryus ergänzt von Fotografien seiner Heimatstadt, die er alliteratös unter dem Label „Essener Ecken“ führt.

Besonders gut gefallen mir seine „vertonten“ Gedichte, die bei Poetry Slams aufgenommen wurden. Hier mein Lieblingsstück „Ein einfacher Soldat“:

http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F14442447&show_comments=true&auto_play=false&color=000000 Ein einfacher Soldat by Jay Nightwind

Also, reinhören! Jays Blog verfolgen! 

>Leben lernen

>Ich bin spiessig. Jawohl. Manchmal. Zumindest wenn es ums Fernsehen geht. Ich liebe die Dokumentationen auf Arte. Ja, Arte, richtig gehört. Einige mögen diese langweilig finden. Keine Action. Keine Effekte. Kein offensichtlicher Plot. Einfach das Leben so wie es ist. Mit all seinen lauten und vor allem leisen Tönen. Manchmal sogar einfach ohne Töne und nur mit Gesichtern und deren tausendfachen Ausdrucksmöglichkeiten die kein Schauspieler der Welt nachahmen kann.
So auch wieder in diesem tollen Film „Leben lernen“ von Doug Block (Originatitel „The kids grow up“):

17 Jahre lang hat Filmemacher Doug Block an seinem Dokumentarfilm gearbeitet. Darin erzählt er seine eigene Geschichte, die seiner Tochter und seiner Frau. Es ist eine Geschichte vom Erwachsenwerden, vom Loslassen, von Liebe und Einsamkeit, von Trauer und Neuorientierung. Seit der Geburt seiner einzigen Tochter Lucy dokumentiert Doug Block mit der Kamera ihr Leben und ihre gemeinsame Beziehung. Bis zu dem Zeitpunkt, als Lucy 17 Jahre alt ist und sich im letzten Schuljahr befindet, bevor sie aufs College in eine andere Stadt geht.
Doch nicht nur für Lucy, auch für Doug und seine Frau Marjorie steht eine Zeit des Wandels an. Es fällt ihnen schwer, ihre Tochter gehen zu lassen. Im Verlauf des Jahres erleidet Marjorie eine schwere Depression, von der sie sich nur langsam erholt. Dougs 31-jähriger Stiefsohn Josh wird zum ersten Mal Vater und macht ihn und Marjorie zu Großeltern. Dougs 88-jähriger Vater überlebt nur knapp eine Reihe von altersbedingten Erkrankungen. Die Erkenntnis, dass sie selbst alt werden und ein „leeres Nest“ hüten, macht Doug und Marjorie schwer zu schaffen.
Die Zuschauer erleben, wie aus der kleinen Lucy ein frühreifes Mädchen wird und wie sie zu einer ernsten und selbstbewussten jungen Frau heranwächst. Mit großer Wärme und Humor beobachtet die Kamera den ewigen Vater-Tochter-Konflikt zwischen Kontrolle und Unabhängigkeit. Bei Sichtung des alten Materials stellt Doug bestürzt fest, dass er häufig wie sein eigener autoritärer Vater klingt. Dabei waren seine Erziehungsziele doch ganz andere. Als Lucy auszieht, ist nicht nur sie erwachsen geworden.

Mir war bis zu diesem Film nicht wirklich bewusst was es bedeutet sein Kind als Elternteil aus dem Haus gehen zu sehen.  Für immer. Als man selbst in der Rolle des Kindes war, dachte man die Eltern sollen sich mal nicht so anstellen, haben sie doch jetzt mehr Zeit für sich etc. .  Sicherlich ist dem so, aber irgendwie scheint auch ein neuer Lebensabschnitt eingeläutet und die Eltern kämpfen ganz schön mit der Situation. Verliert man sein Kind etwas dadurch? Diese Gedankengänge hat Doug Block und es ist faszinierend ihn zu sehen wie er sich eingehend mit sich und seiner Tochter auseinandersetzt.
Sehenswert!

>Dirrrrrty Dancing

>Kein Sex, keine Kunst.
Tanzen oder Leben?

Odette, die Prinzessin, die in diesem Märchen von einem bösen Zauberer in einen weißen Schwan verwandelt wurde, die nur des Nachts in Menschengestalt auf Erden wandelt, und in die sich Prinz Siegfried verliebt. Nur ewige Liebe und Treue können den Bann brechen. Doch wer den weißen Schwan tanzt, muss auch den schwarzen verkörpern. 
Odile, Tochter des bösen Zauberers, die verführerisch, lustvoll, aufreizend Odettes Gegenpart einnimmt. Der weiße Schwan bezaubert Siegfried, der schwarze Schwan macht ihn rasend vor Lust.

Wer bin ich?
Die Alte, die Neue, die Kalte, die Heiße, die Mutter, die Tochter, die Heilige, die Hure?
Perfektion ist Kontrolle ist Loslassen.
Perfektion ist schwarze Leidenschaft.
Der Wahnsinn ist nicht die dunkle Seite des Genies, sondern seine Voraussetzung.

Nathalie Portmans Verwandlung von Hautrosa in Blutrot.

Grandios.

>Kulturwoche / Filmfestival / Hold me tight

>HOLD OM MIG
Hold Me Tight, Dänemark 2010

von Kaspar Munk

Vielleicht war es eine schönere Zeit für Jugendliche, als die Mobiltelefone noch nicht existierten und auch noch nicht mit ihnen fotografiert werden konnte. SMS-Botschaften, zusammengeknüllt wie früher die Papierkügelchen, und kleine rasch gedrehte Videofilmchen, die schnell verbreiten, was auf den Schulhöfen gerade geschehen ist: Kränkungen, Demütigungen, Gewalt, und – ja – auch eine simulierte Vergewaltigung. Das alles macht rasch die Runde durchs Teenie-Netz und verändert in diesem Fall für immer das Leben von vier Jugendlichen, die noch nicht einmal ihren Platz im Leben gefunden haben. Deswegen betrachten sie es noch als ein einziges großes Spiel. Plötzlich gibt es aber ganz wirkliche Schuldige und ein echtes Opfer. Keiner dieser Jugendlichen wird jemals zurückkehren können zum sorglosen Leben, so wie sie es zuvor geführt haben. Jede Gewalt hat ihren Preis – in der Psyche der Opfer sowieso – aber auch in der Seele der Täter. Eine grandios gespielte und zugespitzte Studie über Verletzungen, die so leicht zugefügt werden können, aber nie mehr verschwinden, und über Sekundenentscheidungen, die Folgen für das ganze Leben haben. „Halt mich fest“, so lautet der Nothilferuf der Hauptfigur. Doch niemand kann ihr helfen. Ein Film voller Zwischentöne und unerwarteter filmischer Fährten, der zeigt, wie pubertäre Unsicherheit in sinnloser Gewalt und schicksalhafter Verstrickung münden kann. Wie er endet? Soviel kann verraten werden: Nach diesem Film werden sie knallige Punksongs ganz anders bewerten, als zuvor.

Leute, absolut toller Film! Wer die Chance hat, unbedingt anschauen!

>Kulturwoche / Filmfestival / When the day is Done

>PÄEVA LÕPUS
When the Day is Done, Estland 2009


Szene aus PÄEVA LOPUS


von Maiju Ingman
Einer, der in der Stadt lebt und ein Star im Fernsehen geworden ist, fährt zurück zu seinem Bruder aufs Land, zurück in die Kindheit. Doch Jakobi ist ganz und gar nicht begeistert von der Ankunft seines Bruders, der ihm ziemlich fremd geworden ist. Er hat sich in seiner Einsamkeit eingerichtet und will gerade die Katze begraben, die ihm so sehr ans Herz gewachsen war. Sie reden vom Vater und vom Großvater. „Es stinkt hier so nach Erinnerungen“, sagt der Heimkehrer. Die Jugendliebe taucht auf und überhaupt wird der ganze innere Reichtum dieses Lebens hier in der scheinbaren Wildnis und Einöde mitten in den estnischen Wäldern immer deutlicher und wichtiger. Wortkarg reparieren die Brüder schließlich in seltsamem Einvernehmen das kaputte Hausdach. Soll er das Waldstück von Großvater verkaufen, um endlich wieder zu Geld zu kommen? Geht nicht. Der Wald ist so vertraut wie ein Mensch und man kann ihn nicht einfach verkaufen. Sie haben viel nachzuholen, die beiden Brüder, im Gespräch miteinander, und auch viele Geheimnisse aus der Vergangenheit warten darauf, enthüllt zu werden. Das Dorf in dieser verlassenen Gegend wird immer mehr „abgehängt“ und fallen gelassen vom eigenen Bürgermeister. Ein alter Mann, von dem man dachte, er redet nur, tut es wirklich und leistet tätig Widerstand, wartet schließlich gelassen in seinem besten Anzug darauf, dass die Polizei ihn abholt. Sein Schlusswort an die Zuschauer, ob im Dorf oder im Kino, ist die Krönung des Films. Mit großer Lebensklugheit, genährt von der Nähe zur Natur, erzählt der Film von den Jahreszeiten und der Lebenszeit zugleich. Wozu leben wir? Was ist wirklich wichtig? Und wie sehr brauchen wir das, was man früher Heimat nannte? Das kleine Meisterwerk einer Finnin, die eine ungeheuer liebenswerte Geschichte aus Estland erzählt.

Im Anschluss quatschten wir noch mit der Regisseurin und genossen die Nachwehen des Films…

>Kulturwoche / Theater / Erklär mir, Liebe!

>

(…) Erklär mir, Liebe, was ich nicht erklären kann:
Sollt ich die kurze schauerliche Zeit
nur mit Gedanken Umgang haben und allein
nichts Liebes kennen und nichts Liebes tun?
Muß einer denken? Wird er nicht vermisst?

Du sagst, es zählt ein andrer Geist auf ihn …
Erklär mir nichts. Ich seh den Salamander
durch jedes Feuer gehen.
Kein Schauer jagt ihn, und es schmerzt ihn nichts.

(Ingeborg Bachmann)

Zum Abend

Der Morgen dämmert im Feierabendheim. Frau Grau hat wieder schlecht geschlafen. Herr Oben
ist noch maulfaul. Frau Müller und Frau Müller suchen die Katze. Kasimir bringt den Morgenkaffee.
Frau Madame zieht ein und mit ihr der Rollkoffer. Herr Patrone war schon auf Besuch da und
versucht, sich die Liebe zu erklären. Ist im Feierabendheim wirklich Feierabend oder feiert man
den Abend des Lebens? Endlich frei von Verantwortung und Zukunftsplänen, von belastendem
Hab und Gut, könnte man das Leben im Moment genießen. Und in Erinnerungen schwelgen, bevor
diese Löcher bekommen und ins süße Vergessen abtauchen. Die Liebe kommt hier als unerwarteter
Überfall, als Befreiungsschlag, in zarten Begegnungen, erbitterten Kämpfen, als unüberwindliche
Hürde oder glücklicher Zufall. Der Rollator wird zur Liebesschaukel und das Ende eines
Wollfadens zum Anfang eines Gedichts: „Deine Seele, die die meine liebet / ist verwirkt mit ihr im
Teppichtibet“
Wer kann heute eigentlich noch ein Gedicht auswendig aufsagen? Unsere Großeltern. Und wer
außer den hauptberuflichen Dichtern schreibt eigentlich Liebesgedichte? Verliebte Jugendliche.
Mit diesen zwei Vermutungen haben wir uns dem Thema „Deutsche Liebesgedichte vom Barock
bis heute“ genähert. Die daraus entstandene Idee, Liebesgedichte mit alten Menschen zu erzählen,
die den Feierabend ihres Lebens in einem Heim verbringen, dort ihren Erinnerungen nachgehen
und zugleich die Liebe im Jetzt erleben, wird mit einer anderen Idee verknüpft: Von Jugendlichen
selbst Gedichte für den Theaterabend schreiben zu lassen. In jeder Aufführung wird ein
ganz neues Gedicht aus dem „lyrix“-Wettbewerb des Deutschlandfunks auf der Bühne zu hören
und zu sehen sein.
Warum überhaupt Liebeslyrik auf dem Theater? Nur Liebesgedichte vermögen es, in wenigen
Zeilen so dicht und transparent, subjektiv und zugleich offen für fremde Interpretation zu erzählen,
wie Menschen „in Liebe fallen“ – oder aus ihr heraus. Gar nicht so einfach, angesichts der
vielfältigen Gefühle, die so flüchtig sind und oft so kompliziert. Oder so heftig, dass sie die Zeilen
sprengen müssten. Um über sich hinaus zu wachsen, brauchen Gedichte ein Gegenüber. Das
Theater kennt sich aus mit flüchtigen Begegnungen zwischen Menschen. Die Gedichte bekommen
einen Körper und eine Stimme, werden live interpretiert und zum Klingen gebracht. Sie werden
bereichert durch die Lebenserfahrung der Schauspieler und durch den Moment der Aufführung.
Vielleicht ist das Theater der Traumpartner für ein einsames Liebesgedicht.


Gestern abend mit Miss Froggy und Herrn Holpero gesehen, gehört, gelacht. Ein wundervoller Abend inklusive Post-theatrischer-Analyse in einer Bar mit gutem Wein und neuen Ideen für Folge-Projekte.

Auszug aus dem Programmheft:

Eindrücke:

Erkenntnisse des Abends:
1. Miss Froggy ziert sich wenn sie auf die Bühne gerufen wird (sie musste mit einem Schauspieler tanzen), tut es dann schlussendlich aber trotzdem.
2. Schauspiel ist umso besser je mehr bei vergessenem Text aufgrund von verschlucktem Kirschkern (das Spiel beinhaltete das Essen einer Schwarzwälder Kirsch Torte) improvisiert und gelacht wird. „Ähm, Herr Souffleur, wo war ich?“
3. Vergilbte Poesie des vorherigen Jahrhunderts ist durchaus heute noch spannend wenn sie so toll im Theater lebendig gemacht wird.

Lieblingsgedicht aus dem Stück:

liegen, bei dir

ich liege bei dir. deine arme
halten mich. deine arme
halten mehr als ich bin.

deine arme halten, was ich bin
wenn ich bei dir liege und
deine arme mich halten.

– Ernst Jandl, dingfest

>Ein Buchstabe verändert die Welt

>Vielleicht nicht die Welt, aber die Seelenwelt zweier Menschen. Beweise für diese Tatsache gibt es in Glattauers Stück „Gut gegen Nordwind“. Gestern auch für Frl. K.
Eine gläsernes Bühnenbild mit mehreren Säulen zeigt den Irrgarten des WWWs und betont die Zufälligkeit oder Schicksalhaftigkeit der Begegnung von Leo und Emmi. Zusammen stehen Sie auf der Bühne ihres geschaffenen Exils und doch begegnen sich ihre Blicke nie.
Sie spielen beieinander aber nicht miteinander.
Theater wieder einmal besser als Kino.

„Schreiben ist wie Küssen nur mit dem Kopf.“

>Kulturelle Tage

>Frl. K. geht trotz Antibiotika-Verschreibung vom Doc heute früh (und rauchen Sie weniger!! Ähm, ja, is gut) heute abend zum ersten Mal zum Poetry Slam. Bin ganz gespannt was das wird.
Und für nächste Woche Dienstag endlich eine Theaterkarte reserviert. Es gab nur noch eine , also gehe ich alleine hin. Mag das Stück unbedingt sehen.

>Statt Theater

>Tja, die Theaterkarten waren ausverkauft , also mussten Frl .Ideella und Frl. Kapriziös sich eine andere Abendgestaltung ausdenken. Gott sei Dank hatten wir die Bachelorarbeit von Frl. Ideella als Ausrede verrückte Dinge zu tun. Ein Fotobuch soll entstehen. Motive sind Stimmungen aus Studiumsstadt, eher „off the beaten track“. Die Idee war in eine richtige Kneipe zu gehen. In so eine wo alte Männer Ihre Rente versaufen und die Bedienung eine Stimme hat als hätte sie 50 Jahre Kette geraucht.
Es war nicht schwer eine zu finden. Dort angekommen stellten wir fest dass es eine Kneipe voller türkischer Mitmenschen war. Aber hey, wir sind offen.Verwunderte Blicke.

An die Bar gesetzt. Eine große Apfelschorle und einen Whiskey Cola bitte. Danke. Können wir hier Fotos machen? Danke, sehr nett….

Ich kurz raus um mit meinem Cowboy zu telefonieren.  Ich genieße die Nähe die trotz der Entfernung besteht. Will nicht auflegen. Das Herz hüpft.
Ich komme zurück und sie hat bereits Gesellschaft. Klar. Er kann sieben Sprachen. Und ist Schweißer. Und Psychologe. Achso. Na dann.
Hussein, der Wirt, gibt uns einen Ouzo aus. Frl. Ideella knipst wie wild. Wir reden über Albanien, Deutschland, Männer und Frauen, Homosexualität. Auf Schweißer-Psychologen Niveau.

Das Taxi  bringt mich sicher nach Hause. Ich liege um Bett und denke darüber nach welche Lebensgeschichten hinter diesen Personen stehen die jeden Abend ihren Abend dort ausklingen lassen.
Mein Cowboy überlagert diese Gedanken und drängt sich in den Vordergrund. Es ist schön dass Du bei mir bist. Jeden Tag ein Stückchen mehr. Du hättest einen Ouzo mitgetrunken, ne?