Project Gender Switch – Final words –

Männers sind ja wirklich putzige Gesellen.

Sie leben lustig vor sich hin, fotografieren sich durch die Welt, plustern sich auf wenn sie einem anderen Männchen begegnen, kommunizieren als seien sie Krone der Schöpfung (sie WISSEN dass sie es nicht sind, können diesen Gedanken aber nicht ertragen = u.a. kognitive Dissonanz) und sind immer für erotischen, kulinarischen, automobilen und humorvollen Content zu haben.

Es war ein Spaß mich da reinzudenken und mal so ein richtiger Drecksack zu sein! Wir Mädchen können das nämlich auch! Wir haben uns nur dagegen entschieden. Oder wir haben vielleicht einfach nur begriffen haben dass es im Leben nicht immer um Status, Gegenständliches und Imponiergehabe geht.

Manchmal ist es einfach schön Herzenswärme zuzulassen. Und die, ja die steht jedem besonders gut. Ob Männlein oder Weiblein.

In diesem Sinne, IHR LIEBEN, ist ab jetzt wieder alles back to normal hier und ein Dank geht raus an Euch dass ihr den Spaß mitgemacht habt!

Sometimes you´ve got to change the view of how one sees the world…

PS: Meine Posts spiegelten in keinster Weise den Man in Helvetica wider (ok, einer schon, ich gebs zu). Sie waren vielmehr angelehnt an ein Sammelsurium aus verschiedenster „krasser“ Männerblogs.

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Life’s a bitch – and then you die

Die Handlung ist geradezu banal, im Wesentlichen eine Kneipentour durch mindestens 15 Berliner Kneipen, ein Schwimmbad und ein paar Betten, in denen aber eher der Rausch ausgeschlafen wird. Alkohol ist immer dabei, der Promillespiegel schwankt im Sommer 1989 bis zur Maueröffnung am 9.November dauerhaft zwischen 0,5 – 2,5. Und das Ziel des ganzen? Eigentlich keins bzw. einfach nur „Sein“. Dahintreiben ist vielleicht eine passende Bezeichnung. Es kommt zu interessanten Diskussionen wie „Wenn man betrunken ist, läuft die Zeit dann langsamer oder schneller?“ oder „Ist ein einsamer Kristall-Weizen-Trinker ein Zivilbulle?“. Geradezu erschreckend realistisch geschrieben.

Im Mittelpunkt steht Frank Lehmann, 29, ein relaxter, eigentlich recht netter, solider, trinkfester Typ mit trockenem Humor, der aber vor allen Dingen durch seine Leidenschaftslosigkeit auffällt. Das heißt – einmal verliebt er sich, wenngleich ohne Erfolg. Er wirkt fast langweilig. Aber er spielt keine aufgesetzte Rolle, was ihn wiederum ehrlich und sympathisch macht. Regener bedient keine Klischees, jeder im Buch hat seine Schwächen, es gibt kein Gut und Böse. Und obwohl laut Karl „die Scheißtageszeiten nicht interessieren“, hilft uns Regener doch mit Kapitelnamen wie „Frühstück“, „Mittag“ oder „Später Imbiss“ weiter. Beim Lesen über Lehmann schaltet man fast zwangsläufig einen Gang zurück und entspannt. Kein Zwang zu Höhepunkten, kein Ziel. So ähnlich muss Nirwana aussehen.

Ist Lehmann jetzt weiter als andere, oder bedauerlich? Wenn ich so den Stress und die Herzinfarkt-Quote einiger Kollegen sehe, denke ich, dass man schon von seiner inneren Ruhe lernen kann. Andererseits ist ein Leben ohne Leidenschaften auf Dauer auch irgendwie sinn- und trostlos. Das Buch beantwortet diese Fragen zwar nicht, doch Regener schafft es, den Ball konstant flach zu halten. Man liest weiter um zu erfahren, wie Lehmann denn der nächsten Eskalation aus dem Weg gehen mag. Diese Umdrehung der Spannungskurve ist Regener gut gelungen. Insgesamt ein interessantes, unkonventionelles Buch, das jedenfalls mir sehr gut gefallen hat.

Monolog

Die Bedienung schaut ab und an herüber zu den beiden. Hübsches Ding. Vielleicht etwas zu ausladend in den Hüften. Das Drehen des Whiskey Tumblers erzeugt ein kratzendes Geräusch auf der Holzplatte während G. sich eine Zigarette anzündet und sich selbst dabei zusieht wie sich der frisch aus seinen Lungen verstoßene Rauch im Raum verteilt.

„Es wird schlechter werden.“

„Mhm.“

„Der Wind dreht sich. Nie gut so was.“ Er drehte sich zum Großstadtwolf und erwartete eine Reaktion.

Der Großstadtwolf zuckte mit den Schultern „Wenn Du es sagst.“

„Überleg Dir doch mal Folgendes ….  …. …. ….“

Der Großstadtwolf hörte nicht mehr zu. Er konnte es nicht mehr hören. Er hatte genug von dem ewigen vor sich hinstarren und nutzlosem Geschwafel. Wortlos stand er auf, legte einige Scheine auf den Tresen  und ging. Der schwere, rote Vorhang dämpfte das geräuschvolle Fallen  der Türe hinter ihm. Für ihn klang es wie Freiheit.

Für die Bedienung wie Feierabend. Er hörte noch das Drehen des Schlüssels in der Tür als er sich entschied nach links zu laufen.

Zurück blieb keiner.

Wo Man(n) seine Urinstinkte entdeckt

Heute Abend gehts zu Ole zum gepflegten Grillabend bei dem die Frauen den Nudelsalat servieren und möglichst in knappen Outfits um den Tisch tänzeln dürfen. Mehr nicht.

Dieser Umstand stoß bei einer relativ neuen „Bekannten“ auf Unverständnis.

Also gut, erklären wir ihr erst einmal wie die Welt funtioniert:

Am Grill wird mit der Beute hantiert, die mit eigenen Händen in freier Natur zubereitet wird.  Es geht um den wilden Mann, der für die Nahrungsaufnahme hart arbeiten muss und der für die Versorgung der ganzen Gruppe verantwortlich ist, kapiert?

Am Grill wird die Rolle in der Gesellschaft entschieden. Wer Feuer anzündet, steht in der Sozialhierarchie ganz oben.

„Aber ich will nicht nur dazu da sein um euer Ego aufzupolieren!“ würde sie wahrscheinlich jetzt sagen.

Tja, meine Liebe, das hättest Du Dir vorher überlegen müssen. Bevor Du eine Frau geworden bist. Klar geht es um Lob und Anerkennung. Weil wir Männer nämlich wenigstens öffentlichkeitswirksam die Nahrungszufuhr sichern und Verantwortung für die Gemeinschaft übernehmen. Wenn es jedoch um die lapidare Zubereitung der Salate geht oder nach dem Grillen um das leidige Aufräumen und den Abwasch, dann sind sie wieder gefragt. Die Frauen.

Ein ganz normaler beschissener Tag

09:35 Uhr. Eine gottverdammt beschissene Zeit zum Aufstehen wenn man bis eben noch ein Whiskeyglas in der einen und eine dralle Blondine, die einem mit schlechtem Atem das Ohr abschlabberte, in der anderen Hand hatte.

Erst mal einen schwarzen Espresso aus der Pro-Pro-Pro-Pro-Pro- Version der Nespresso Gewerbe XXL Machine und dann sieht das Leben schon ganz anders aus.

Wobei mir einfällt dass ich der Chefetage heute im Büro mal so richtig in den Allerwertesten kriechen muss, weil ich „schon wieder“ Urlaub brauche. Afghanistan, Grenze zu Pakistan. Herrentour mit den Jungs nächstes Jahr.

For now: Erstmal zurück zum Hamsterrad.

Weitermachen.